PKD / Zurück in die Zukunft
Juni 2, 2009
PKD / Zurück in die Zukunft

Während in Philip K. Dicks Werken hauptsächlich das „no choice“ Paradox in Erscheinung tritt möchte ich mich mit einer Trilogie auseinandersetzen in der so gut wie alles möglich ist. In „Zurück in die Zukunft“ kam man die eigenen Eltern als Teenager treffen, die zukünftigen Kinder vor Gefahren retten und sogar das eigene zeitreisende Ich bei der Arbeit beobachten.
Doch so einfach wie es klingt ist die Zeitreise auch hier nicht. Die Apparatur welche die Zeitreise möglich macht ist der Flux Kompensator der in einen DeLorean, also ein Auto, eingebaut wurde.
„Moment mal Doc, wollen sie mir weiß machen sie bauten eine Zeitmaschine, aus einem DeLorean?“ Marty McFly.
„Tja ich sehe das so: wenn man schon eine Zeitmaschine in einen Wagen einbaut, dann bitteschön mit Stil.“ Dr. Emmett Brown.
Der Erfinder der Zeitmaschine ist Dr. Brown, ist sich auch der Konsequenzen die Zeitreisen mit sich bringen völlig bewusst:
„Denk mal, du bist dazwischen gekommen als deine Eltern sich zum ersten Mal trafen, wenn sie sich nicht treffen können sie sich nicht verlieben und nicht heiraten und keine Kinder kriegen. Deshalb verschwindet auch dein Bruder auf dem Foto, deine Schwester wird die Nächste sein und wenn wir nichts dagegen unternehmen dann trifft es auch dich.“Dr. Brown
Mit diesem Zitat wird beschrieben welche Konsequenzen es haben kann wenn man in eine Beziehung eingreift. Fatal wird es natürlich wenn man die Beziehung der eigenen Eltern verhindert. Die Geschichte zeigt jedoch dass es immer noch möglich ist die Geschichte aufrechtzuerhalten wenn man die Personen doch noch miteinander verkuppelt. Was im Film relativ leicht erscheint wirft trotzdem eine Frage auf. Was passiert wenn sich meine Eltern zwar doch noch ineinander verlieben? Bleibt der Rest gleich oder werden sie zu anderen Menschen, die vielleicht nie Kinder bekommen werden. Wie im nächsten Absatz beschrieben wird, ist die Zukunft noch nicht geschrieben und kann sich deshalb auch noch Grundlegend verändern.
Eine Grundaussage des Films ist dass sich die Zukunft verändern lässt und jede noch so kleine Handlung und Entscheidung eine Veränderung bewirken kann. Der Nachteil daran ist dass man bei einer Reise in die Vergangenheit die eigene Gegenwart erheblich beeinflussen kann und somit in eine veränderte „Wirklichkeit“ zurückkehrt. Dieses Phänomen wird auch als Schmetterlingseffekt bezeichnet. In diesem Fall hat der Protagonist Marty das Problem dass er immer wieder in seine Gegenwart 1985 zurückkehrt und sich dort mit den neuen Gegebenheiten auseinandersetzen muss da er als einziger von den Veränderungen unberührt blieb. Etwas bleibt hier allerdings unschlüssig, in Teil 2 der Trilogie wird Marty in die Zukunft geholt um seinen zukünftigen Sohn vor einer Dummheit zu bewahren. Hier scheint es in Ordnung zu sein in die Geschehen einzugreifen, was die Frage aufwirft ab wann es erlaubt ist einzugreifen, denn Marty soll zwar seinem Sohn helfen, darf seine eigene Zukunft aber nicht sehen da er sie ja, wenn er in seine Zeit zurückkehrt, verändern könnte. Die Filme geben hier Fragen auf die Philip K. Dick in seinen Zeitreisegeschichten stets unangetastet lies. Durch die Verwendung des „no choice“ Paradoxes bei dem quasi eine Zeitschleife entsteht, „Man reist in die Vergangenheit weil etwas geschehen ist das nur deshalb passiert weil man in die Vergangenheit gereist ist.“ Lässt er diese Fragen aus und zeigt dass alles das bereits passiert ist auch genauso geschehen sollte. Bei „Paycheck“ wird dasselbe Paradoxon angewendet, hinzu kommt noch das Jennings nur in die Zukunft sehen kann und diese nicht selbst bereist, also kann er auch nichts aktiv verändern.
„Das kann nur bedeuten dass diese Zeit von Natur aus eine kosmische Signifikanz in sich birgt, und beinahe so als wäre sie der temporale Knotenpunkt für das gesamte Raum – Zeitkontinuum. Doch andererseits kann das alles nur ein dummer Zufall sein.“ Dr. Brown
Im dritten Teil der Trilogie reisen Marty und Dr. Brown zurück in das Jahr 1955, und zwar an denselben Tag an dem Marty im ersten Teil zurück in die Zukunft reist. In diesem Fall reisen jedoch zurück um ihre Gegenwart wieder ins Lot zu bringen. Dr. Brown stellt, wie im Zitat oben genannt die Vermutung an das es innerhalb des Raum – Zeitkontinuums mindestens einen Punkt gibt von dem aus eventuelle Parallelwelten ausgehen. Die Zeitstränge scheinen sich an diesem Punkt zu treffen. Genauer wird diese These allerdings nicht ausgeführt und auch ich werde nicht genauer darauf eingehen, da nicht klar hervorgeht was so ein Knotenpunkt überhaupt bedeutet, bzw. ob er überhaupt existiert.
„Mir kommt es vor als wäre ich gestern erst hier gewesen.“ Marty
„Du warst gestern hier, du warst es, verblüffend nicht wahr?“ Dr. Brown
In diesem Fall ist es so das Marty, immer wieder an den Tag zurückkehrt an dem er in eine andere Zeit gereist ist. Obwohl er länger weg war erscheint es so als ob dazwischen keine Zeit vergangen wäre. Heißt das solange er auf einer Reise ist steht seine Gegenwart still oder wird die Zeit sobald er zurückkommt wieder auf null gesetzt? Dies ist jedoch nur eine von vielen Fragen die im Film nicht genau beantwortet werden.
Ein weiteres Paradoxon ist dass der Fall eintritt das Marty nicht nur seine Eltern als Teenager erlebt sondern auch noch auf sein Zeitreisendes Ich trifft. „Du musst extrem vorsichtig sein damit du nicht deinem anderen Ich begegnest […] was auch immer passiert dein anderes Ich darf dich nicht sehen, das kann zu Katastrophalen Konsequenzen führen.“ So muss Marty aufpassen damit er sich nicht selbst begegnet. Welche Konsequenzen ein Treffen nun haben würde bleibt unerklärt. Ein Aspekt fällt hierbei noch auf, der „aktuelle“ Marty klemmt sich die Hand ein, zum selben Zeitpunkt hat der „andere“ Marty ebenfalls Schmerzen in der Hand.
In „Zurück in die Zukunft“ wird die Apparatur mit der die Zeitreise ermöglicht wird, näher beschrieben, im Gegensatz dazu werden die Apparaturen bei PKD nur selten genauer beschrieben, der Mechanismus mit dem die eigentliche Reise geschieht wird nicht beschrieben. Während der DeLoeran mit dem Fluxkompensator und einer Zeitleitung ausgerüstet ist die bei einer Geschwindigkeit von 88 Meilen pro Stunde (140 km/h) einen Zeitsprung auslöst. Eine weitere Notwendigkeit ist eine Stromleistung von 1.21 Gigawatt nötig um den Fluxkompensator (engl. flux capacitor = Flusskondensator) mit genügend Energie zu versorgen. Im ersten Teil wird diese Leistung mit Plutonium bzw. einem Blitz erreicht. Im Laufe der Trilogie wird der DeLorean jedoch immer wieder umgebaut, aufgerüstet bzw. mit alten Ersatzteilen bestückt, ein ständiges Problem des Wagens blieb die Zündung. Ob diese technischen Probleme durch die Zeitreisen oder Mängel am Wagen hervorgerufen werden bleibt jedoch unklar.
Quellen: Zemeckis, Robert, Zurück in die Zukunft 1 – 3, USA 1985, 1989, 1990 http://de.wikipedia.org/wiki/Zur%C3%BCck_in_die_Zukunft#Der_Fluxkompensator Philip K. Dick: The Skull Philip K. Dick: Paycheck